Meine Bilanz als Bürgermeister seit 2018

Acht Jahre Verantwortung für Remagen – eine persönliche Bilanz

Vor acht Jahren habe ich mich auf den Weg gemacht. Mit dem Entschluss, für das Amt des Bürgermeisters zu kandidieren, bin ich angetreten mit klaren Zielen – und mit einem festen Versprechen an die Menschen in Remagen: zuzuhören, Verantwortung zu übernehmen und unsere Stadt gemeinsam weiterzuentwickeln. Heute, mit Blick auf die anstehende Bürgermeisterwahl, ist es mir wichtig, offen, ehrlich und persönlich Bilanz zu ziehen.

Was damals als Auftrag begann, wurde in den vergangenen Jahren zu einer Aufgabe, die mich täglich gefordert – und getragen – hat. Meine Ziele aus dem Jahr 2018 habe ich konsequent angepackt. Bürgerbeteiligung war dabei von Anfang an ein zentrales Element meines Handelns: regelmäßige Bürgersprechstunden, Angebote speziell für Kinder und Jugendliche, Beteiligungsverfahren bei Verkehrs- und Stadtentwicklungsprojekten sowie die feste Einrichtung eines Jugendbeirats haben dazu beigetragen, dass mehr Stimmen gehört werden und Entscheidungen transparenter geworden sind.

Ein besonderer Antrieb meiner Arbeit war und ist der soziale Zusammenhalt in unserer Stadt. Mit dem R(h)einkommen ist ein Ort entstanden, an dem Begegnung und Miteinander ganz selbstverständlich sind. Und mit einer festen Ehrenamtskoordinatorin im Rathaus geben wir den Menschen, die sich für andere einsetzen, den Rückhalt, die Anerkennung und die Unterstützung, die sie verdienen. Denn eine Stadt lebt nicht nur von Gebäuden und Konzepten – sie lebt von den Menschen, die Verantwortung füreinander übernehmen.

Auf diesem Weg gab es auch viele konkrete Herausforderungen. Die Sicherheit im Straßenverkehr, Barrierefreiheit und Teilhabe gehörten dazu. Heute prägen Tempo-30-Regelungen, neue Querungshilfen, bessere Rad- und Fußwege sowie barrierefreie Bahnhöfe und öffentliche Gebäude unser Stadtbild. Remagen ist sicherer geworden – und für mehr Menschen nutzbar als noch vor acht Jahren.

Nicht jede Etappe führte jedoch zum gewünschten Ziel. Beim Thema Bahnlärm muss ich ehrlich sagen: Eine Lösung konnten wir bislang nicht erreichen. Die Zuständigkeit liegt bei der Deutschen Bahn, und die von dort vorgeschlagenen Maßnahmen fanden insbesondere in Oberwinter keine Akzeptanz. Auch wenn dieses Ergebnis unbefriedigend ist, habe ich das Thema nie aus den Augen verloren und werde mich weiterhin dafür einsetzen.

Erfolge gab es dafür an anderer Stelle. Den Tourismus und die Öffentlichkeitsarbeit haben wir deutlich vorangebracht. Die Anerkennung des Niedergermanischen Limes als UNESCO-Welterbe ist ein Meilenstein für Remagen und eröffnet neue Chancen für unsere Innenstadt und den Tourismus. Mit Fördermitteln des Landes, neuen Konzepten und Veranstaltungen machen wir unsere Stadt Schritt für Schritt lebenswerter und attraktiver.

Unsere Ortskerne und die Innenstadt haben wir konsequent belebt: durch neue Treffpunkte, die Stärkung von Vereinen und Ehrenamt sowie durch Investitionen in Kitas, Schulen und generationenübergreifende Angebote. Remagen ist heute familienfreundlicher und sozial stärker aufgestellt. So können wir zum Beispiel jedem Kind über zwei Jahre einen Kindergartenplatz anbieten – was längst nicht überall selbstverständlich ist.

Auch beim Thema Nachhaltigkeit sind wir vorangekommen. Klimaschutzkonzept, energetische Sanierungen, erneuerbare Energien auf städtischen Gebäuden und Maßnahmen zur Klimaanpassung sind heute fester Bestandteil unserer Stadtpolitik. Ein besonderer Schwerpunkt lag dabei auf der Starkregenvorsorge: Mit gezielten baulichen und präventiven Maßnahmen haben wir den Schutz der Bevölkerung und ihres Eigentums verbessert und unsere Stadt widerstandsfähiger gegen extreme Wetterereignisse gemacht.

Zu diesen Aufgaben kamen außergewöhnliche Krisen, die niemand planen konnte: die Corona-Pandemie, die furchtbare Flutkatastrophe im Ahrtal und der Krieg in der Ukraine. In all diesen Situationen habe ich Verantwortung übernommen – gemeinsam mit der Verwaltung, der Feuerwehr, dem Ehrenamt und vielen engagierten Bürgerinnen und Bürgern. Aus diesen Erfahrungen haben wir gelernt und Konsequenzen gezogen. Unsere Stadt ist heute krisenfester, unter anderem durch die Notstromversorgung aller Dorfgemeinschafts- und Feuerwehrgerätehäuser sowie eine Notheizung für die Rheinhalle für den Ernstfall.

Ein weiterer wichtiger Wegabschnitt war die Digitalisierung unserer Verwaltung. In den vergangenen Jahren haben wir viele Prozesse digitalisiert – darunter sämtliche Finanz- und Zahlungsabläufe sowie die Ratsarbeit. Gleichzeitig habe ich gezielt Personal aufgebaut. Aktuell beschäftigen wir uns intensiv mit der Frage, wie Künstliche Intelligenz sinnvoll, verantwortungsvoll und zum Nutzen der Bürgerinnen und Bürger in der Verwaltung eingesetzt werden kann. Ziel ist es, Abläufe weiter zu vereinfachen, Mitarbeitende zu entlasten und Serviceangebote weiter zu verbessern.

All dies sind ausgewählte Beispiele für die Entwicklung Remagens in meiner Amtszeit als Bürgermeister. Darauf bin ich stolz. Und zugleich bin ich überzeugt: Unsere Stadt hat noch viel Potenzial. In den kommenden Jahren möchte ich diesen Weg verlässlich fortsetzen – mit Investitionen in Bildung und Betreuung, einem modernen Freibad, einer starken Infrastruktur in allen Ortsteilen, einer sicheren Gesundheitsversorgung und nachhaltiger Mobilität.

Vor allem aber möchte ich auch weiterhin Bürgermeister für die gesamte Stadt sein: ansprechbar, nahbar – und gemeinsam mit den Menschen vor Ort.